Die Bundesregierung hat im Lichte der fortgesetzten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie die erleichterten Voraussetzungen für Kurzarbeit bis Ende 2021 verlängert. Für Betroffene ergeben sich daraus mitunter wichtige steuerliche Besonderheiten, berichtet der Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL). So kann zum Beispiel eine Pflicht zur Abgabe einer Lohnsteuererklärung entstehen.

Das Kurzarbeitergeld beträgt für die ersten drei Monate 60 Prozent, vom vierten bis sechsten Monat 70 Prozent und vom siebten Monat an 80 Prozent des letzten Nettogehalts. Beschäftigte mit Nachwuchs erhalten jeweils sieben Prozent mehr. Die maximale Bezugsdauer für Beschäftigte, die bereits im vergangenen Jahr von Kurzarbeit betroffen waren, wurde auf bis zu 24 Monate verlängert.

Die Höhe des Nettolohns ist von der Lohnsteuerklasse abhängig. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner können durch einen Steuerklassenwechsel die Höhe des Kurzarbeitergeldes beeinflussen. Seit 2020 ist dieser Wechsel mehrmals im Jahr möglich. Der entsprechende Antrag kann beim Finanzamt am Wohnsitz gestellt werden. Die neue Steuerklassenkombination gilt vom Folgemonat der Antragstellung an. Das Kurzarbeitergeld berechnet sich dann bereits nach der neuen Steuerklasse.

„Das Kurzarbeitergeld ist steuerfrei“, erklärt Jana Bauer vom BVL. Es unterliege jedoch dem Progressionsvorbehalt: „Das bedeutet, dass sich der Steuersatz für das übrige zu versteuernde Einkommen prozentual erhöht.“ Erhalte ein Arbeitnehmer mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld im Jahr, müsse er im darauffolgenden Jahr eine Einkommensteuererklärung abgeben – bis zum 31. Juli 2022.

Arbeitnehmer, die für einen relativ kurzen Zeitraum bis zu einem Vierteljahr Kurzarbeitergeld100 bezogen haben, können regelmäßig mit einer Steuererstattung rechnen, heißt es bei dem Verband weiter. Denn verteilt auf das gesamte Jahr seien bereits höhere Lohnsteuern einbehalten worden. Beziehe ein Arbeitnehmer dagegen Kurzarbeitergeld50 und arbeitet das gesamte Jahr über monatlich nur zur Hälfte, müsse er mit einer Steuernachzahlung rechnen. In diesem Fall führte der Arbeitgeber im Laufe des Jahres für den Betroffenen in der Regel zu wenig Lohnsteuern an das Finanzamt ab.

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