Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns im Jahr 2015 hat dazu geführt, dass die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schrumpfte – und zwar vor allem in den niedrigen Einkommensgruppen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Vor der Einführung verdienten etwa vier Millionen Erwerbstätige weniger als die neue Bruttolohnuntergrenze von seinerzeit 8,50 Euro pro Stunde. Fast zwei Drittel der Mindestlohnberechtigten waren weiblich. Grund genug für die Wissenschaftler, zu untersuchen, ob sie in besonderem Maße vom Mindestlohn profitiert haben. Dazu nahmen sie Daten zu einer Million Beschäftigungsverhältnissen in 60.000 Betrieben aus den Jahren 2014 bis 2018 unter die Lupe.

Es zeigte sich, dass sich die Lohnlücke der Anspruchsberechtigten teilweise um bis zu 32 Prozent verringerte. Regional bestanden zwar größere Unterschiede, doch waren die Werte auch hier noch zweistellig.

„Demnach ist der Mindestlohn ein durchaus effektives Instrument, um die geschlechtsspezifische Lohnungleichheit zumindest in den unteren Einkommensgruppen abzubauen“, fassen die Forschenden zusammen. Ihre Arbeit hat zwar mögliche Beschäftigungseffekte nicht mit einbezogen. Andere Untersuchungen hätten jedoch keine Hinweise darauf gegeben, dass Frauen stärker als Männer von Jobverlusten infolge der Mindestlohneinführung betroffen waren. Wäre das der Fall gewesen, hätte sich der sogenannte Gender Wage Gap künstlich verringert.

Die Autoren verweisen darauf, dass dieser Zusammenhang aber noch eingehender untersucht werden müsste. Zudem seien künftig auch langfristige Effekte zu erforschen, da ihre Datenbasis lediglich bis zum Jahr 2018 reichte.

Die vollständige Studie in englischer Sprache kann über diesen Link heruntergeladen werden.

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