Das neue Jahr bringt für Arbeitgeber einige Änderungen mit sich. Welche wesentlichen Neuerungen zu erwarten sind, zeigt Ihnen dieser Überblick.

Elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU)

Der „gelbe Schein“ hat ab dem kommenden Jahr ausgedient. Bereits ab dem 1. Januar 2022 ersetzt die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) das Printdokument an Krankenkassen. Arztpraxen sind verpflichtet, an die Krankenkassen eine eAU zu übermitteln. Das digitale Übermittlungsverfahren an Arbeitgeber startet erst am 1. Juli 2022. Für den Zeitraum bis Ende Juni soll ein Pilotverfahren laufen. Arztpraxen müssen – neben der elektronischen Übermittlung an die Krankenkasse – vorerst weiter Papierbescheinigungen ausstellen. Diese dienen Beschäftigten während des Übergangszeitraums zur Vorlage beim Arbeitgeber.

Betriebliche Altersversorgung (bAV)

Mit dem Jahresbeginn tritt die nächste Stufe des seit 2018 geltenden Betriebsrentenstärkungsgesetzes (BRSG) in Kraft. Demnach müssen Arbeitgeber zu jeder Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) einen Arbeitgeberzuschuss leisten. Bisher galt diese Regelung nur für Neuverträge, ab Januar 2022 auch für Altverträge. Das Gesetzt sieht einen Zuschuss seitens der Arbeitgeber von 15 Prozent der Entgeltumwandlung vor, höchstens jedoch die eingesparten Sozialversicherungsbeiträge.

Kurzarbeitergeld

Die zunächst befristeten Sonderregelungen für das Kurzarbeitergeld aufgrund der Corona-Pandemie wurden im Wesentlichen bis zum 31. März 2022 verlängert. Demnach besteht die Möglichkeit, die maximale Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von bis zu 24 Monaten nutzen zu können, für weitere drei Monate. Ebenso verlängert ist die Sonderregelung für den erleichterten Zugang. Statt mindestens einem Drittel reicht es aus, wenn mindestens zehn Prozent der Belegschaft von einem Entgeltausfall betroffen sind. Arbeitgeber können die während der Kurzarbeit von ihnen allein getragenen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 50 Prozent auf Antrag in pauschalierter Form erstattet bekommen. Beschäftigte der Zeitarbeit können weiterhin Kurzarbeitergeld beziehen. Hinzuverdienste aus geringfügiger Beschäftigung werden nicht auf das Kurzarbeitergeld angerechnet. Verlängert wird auch der Anspruch auf die erhöhten Leistungssätze des Kurzarbeitergeldes bei längerer Kurzarbeit. Dieser Anspruch gilt auch für Beschäftigte, die seit April 2021 erstmals in Kurzarbeit gegangen sind.

Corona-Sonderzahlung

Verlängert wurde auch die Regelung zu Corona-Sonderzahlungen. Ursprünglich galt sie bis zum 31. Dezember 2020, wurde dann zunächst weiter bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Aktuell gilt die Frist bis zum 31. März 2022. Arbeitgeber können ihren Angestellten zusätzlich zum Gehalt insgesamt bis zu 1.500 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zahlen. Als Bemessungszeitraum für die Sonderleistungen gilt der 1. März 2020 bis 31. März 2022. Die Verlängerung der Frist wirkt sich nicht auf die Höhe der Sonderzahlung aus. Diese bleibt bei 1.500 Euro.

Gesetzlicher Mindestlohn

Ab dem 1. Januar 2022 beträgt der gesetzliche Mindestlohn 9,82 Euro (brutto) je Arbeitsstunde. Ab dem 1. Juli 2022 sind 10,45 Euro (brutto) je Arbeitsstunde vorgesehen. Die Anhebung des Mindestlohns basiert auf der Dritten Mindestlohnanpassungsverordnung vom 9. November 2020. Diese folgte dem Vorschlag der Mindestlohnkommission vom 30. Juni 2020. Der Koalitionsvertrag der Ampelparteien sieht eine einmalige Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns auf 12 Euro (brutto) je Arbeitsstunde vor. Danach soll wieder Mindestlohnkommission über etwaige Erhöhungen befinden. Wann das Vorhaben umgesetzt wird, bleibt abzuwarten.

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