Dienstwagen werden derzeit aufgrund der Corona-Pandemie wesentlich seltener genutzt. Trotzdem fallen bei der sogenannten 1%-Versteuerung pauschale monatliche Steuerzahlungen an. Der Bundesverband Lohnsteuerhilfe (BVL) erklärt, wie man sie erheblich reduzieren kann.

Der geldwerte Vorteil, den ein Arbeitnehmer durch den Dienstwagen hat, wird jeden Monat als Sachbezug versteuert. Wer ein Fahrtenbuch führt, muss nur die zusätzlich gefahrenen Kilometer versteuern. Anders sieht es bei der 1%-Versteuerung aus. Hier fallen unabhängig von der tatsächlichen Nutzung monatlich pauschale Steuerzahlungen an, heißt es beim BVL: „Vom Bruttolistenpreis des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der Erstzulassung wird monatlich ein Prozent auf den Arbeitslohn gerechnet, um private Fahrten pauschal abzugelten.“

Das bedeute bei einem Bruttolistenpreis von 50.000 Euro jeden Monat eine fiktive Lohnerhöhung um 500 Euro. Zusätzlich werden für Fahrten zur Arbeit 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer versteuert, was bei einer Entfernung von 25 Kilometern fiktiv weitere 375 Euro monatlich ausmache, die auf den Lohn aufgeschlagen werden. Von den erhöhten Bezügen werden dann Lohnsteuer und Sozialabgaben berechnet.

Zwar könne die Methode für die steuerliche Berücksichtigung der privaten Dienstwagennutzung im Laufe des Jahres nicht geändert werden, sagt BVL-Geschäftsführer Erich Nöll. Eine Korrektur mit der jährlichen Einkommensteuererklärung sei aber durch eine nachträgliche Einzelbewertung für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte möglich. „Voraussetzung dafür ist eine lückenlose ganzjährige Dokumentation aller Fahrten zur Arbeit, beispielsweise durch die Zeiterfassung der Firma oder einen Arbeitszeitkalender.“

Bei der Einzelbewertung werden bei den Fahrten zur Arbeit die pauschalen 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer ersetzt durch 0,002 Prozent des Bruttolistenpreises pro Kilometer einfacher Entfernung zwischen Wohnung und Arbeit für tatsächliche Fahrten. Das zahle sich aus, wenn die Arbeitsstätte an weniger als 180 Tagen im Jahr aufgesucht wird. Im obigen Beispiel würden statt der fiktiven monatlichen 375 Euro nur noch 25 Euro pro Anwesenheitstag in der Firma aufgeschlagen. Bei 90 Arbeitstagen im Büro im Jahr mache das eine Summe von 2.250 Euro aus, die weniger zu versteuern sei.

Aktuelle Beiträge