Im Schnitt verdienen Ausländer insgesamt rund 900 Euro weniger als Deutsche. Es gibt jedoch auch Bevölkerungsgruppen, die über den Einheimischen liegen – allen voran Inder, die unter allen in Deutschland lebenden Ausländern im Mittel am meisten verdienen. Entscheidend sind die Qualifikationen der Beschäftigten.

Wie aus einer neuen Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht, beträgt der Bruttomedianlohn bei Indern in Deutschland über 4.800 Euro. Damit nehmen sie unter allen Vollzeitbeschäftigten in Deutschland den ersten Platz ein, gefolgt von Skandinaviern und Österreichern. Über der Schwelle von 4.000 Euro finden sich auch US-Amerikaner, Iren, Briten und Schweizer. Das mittlere Bruttogehalt der vollzeitbeschäftigten Deutschen liegt momentan bei rund 3.500 Euro im Monat.

Insgesamt gesehen verdienen Ausländer jedoch weniger als Deutsche. Ihr Medianlohn beträgt etwa 2.600 Euro. Bei Syrern, Bulgaren und Rumänen liegt er lediglich zwischen 2.100 und 2.200 Euro. Das IW führt als Grund dafür an, dass viele von ihnen in sogenannten Helfertätigkeiten arbeiten – bei den syrischen Beschäftigten ist es beispielsweise fast jeder zweite.

Der Beschäftigtenanteil von Indern im Alter zwischen 25 und 44 Jahren in akademischen MINT-Berufen liegt indes bei über 36 Prozent und damit weit höher als der entsprechende Anteil von Deutschen mit nur sieben Prozent. Erstere kommen hier auf einen Monatsmedianlohn von fast 5.300 Euro, die Deutschen auf rund 5.200 Euro.

Seit 2012 hat sich die Zahl der Ausländer aus allen Drittstaaten in diesen Berufen der Studie zufolge fast verdreifacht, die der Inder sogar fast verfünffacht. Eine positive Entwicklung, findet Professor Dr. Axel Plünnecke vom IW: „Die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften aus Drittstaaten in den akademischen MINT-Berufen trägt stark zur Fachkräftesicherung und Innovationskraft in Deutschland bei.“

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